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HESIOD

Im Lande der Rinder "Boötien" erscheinen einem jugendlichen Schafhirten die Musen und berufen ihn zum Dichter. Einen Blinden Idioten nennen ihn nachfolgende Denker, und viele seiner Schriften sind in den Jahrhunderten die folgten einfach verloren gegangen. Universitätsphilosophen kennen von ihm kaum mehr als statistische Daten von denen er nicht viel herzugeben hat. Seine Thogonie befasst sich mit dem Götterglauben der Griechen  Ein kleineres Lehrgedicht das gemeinhin auch als sein autobiografisches Werk erkannt wird  überliefert uns eine Vorstellung von landwirtschaftlichen sowie gastronomischen Traditionen welche bis auf unsere Tage im Wirken von Bauern, Köchen und Wirten enthalten sind. 

Seine Schrift

WERKE UND TAGE

stellt eine Art Bauernkalender dar, der  aber  auch eine Revolution gegen das homerische Heldenepos darstellt. Hier wird der völlig unbedeutende gesellschaftlich sehr nieder stehende Hirtenstand in eine Szenerie des Wissens gestellt der ihm bis dato jedenfalls in der Überlieferung nicht zugestanden worden ist. Wir finden dieses Bild auch in der christlichen Überlieferung von der Verkündung der Geburt des Messias. Hirten als Boten der Götter, jene zerlumpten stinkenden Gestalten auf den weiten Feldern in diese Stellung zu heben, war fremd. Aber das Gute blüht im Kleinen und Gottes Wort verkündet fast nie der Mensch im goldenen Gewande. 

Ihr pierischen Musen die Ruhm in Gesängen gewähren, kommet!

Nennet  die Namen des Zeus und preiset Euren leiblichen Vater!

Nach dem Willen des Gottes werdet ihr berühmt oder sterbet ruhmlos.

Es  stärket er die Schwachen und drückt den Starken zu Boden.

Stutzet die Ragenden und erhebt den Verborgenen

Leicht macht den Krummen er gerade und lässt den Geschwollenen schrumpfen......

Wolkendonnerer Zeus, Beherrscher des Empyrions! Lass aufmerken dein Auge und Ohr! Halt ein die Gesetze nach deinem Recht. Ich will Dir Perses  wahrhaftige Dinge erzählen.

Nicht ist nur eine Eris uns  geboren , sondern auf Erden sind es zwei. Die eine kann jeder Verständige loben, Abscheu verdient die Andere. Verschieden sind sie geartet. Nährt doch die eine nur böse Feindschaft und hässlichen Hader, ungestüm und kein Sterbender liebt sie, sondern gezwungen nach dem göttlichen Willen ehrt man die erdrückende Eris.

Älter aber ist sie die Andere, welche die finstere Göttin, die Nacht gebar. Der Kronide einst sie in die Erde versetzte. Zu ihren Wurzeln, den Menschen zu größerem Segen. Die Trägen selbst erweckt sie noch  in gleicher Weise zur Arbeit. Jeden ergreift ja die Lust zur Arbeit , wenn er des anderen Reichtum sieht, schon eilt er zu pflügen und pflanzen.  Der Nachbar läuft mit Nachbar um die Wette nach Wohlstand; so nützt die Eris den Menschen, Töpfer eifert mit Töpfer, und Maurer eifert mit Maurer. Der Bettler beneidet den Bettler, der Sänger den Sänger.

Lass nicht die zänkische Eris dein Herz der Arbeit entziehen, dass nach Hader du gaffst und lauschest den Händel des Marktes.

Es ist wenig Zeit für Hader und die Händel des Marktes wenn wenig Nahrung daheim im Hause liegt , reife Früchte wie die Erde sie trägt, das Korn der Demeter.


Sätze aus dem Gedicht mit gastronomischen Berührungspunkt:

  •  Dummköpfe! Ahnen ja nicht : ein Halbes  ist mehr als ein Ganzes, Malve und Asphodelos gewähren so köstliches Labsal! Denn im Verborgenen halten die Götter die Nahrung des Menschen.

  • Das goldene Zeitalter, die Menschen sind den Göttern gleich sie leben ohne zu arbeiten , und sterben ohne zu altern nach üppigem Mahle im Schlafe. Auf ihren Feldern gab es Ernte in Hülle und Fülle und als ihre Zeit vorüber war wurden sie zu Geistern  deren Aufgabe es war die Lebenden zu beschützen. 

  • Das silberne Zeitalter folgte und die Menschen blieben einhundert Jahre Kinder mit wenig Aussicht auf Selbstständigkeit. Ohne Vernunft schafften sie sich keine Kultur und starben nach kurzem Leiden.

  • Das dritte Geschlecht war strotzend vor Kraft und kriegerisch. Schnell waren sie wieder dahin, sie vernichtete die schwarze Pest und auf dieses Geschlecht folgte ein Viertes Besseres, Halbgötter und Helden welche sprechen konnten und die Vorväter unserer Kultur  wurden . Unserer Zeit misst der Philosoph kein gutes Ende zu: 

  • Müsste ich selber doch nicht ein Zeitgenosse des fünften Geschlechts sein, wäre ich zuvor gestorben oder hätte später gelebt. Niemals am Tage ruhen sie von quälender Mühe und Jammer, und immer die Nächte reiben sie auf mit drückenden Sorgen, Geschenken der Götter. Dennoch wird auch ihnen  zum Unheil Freude gemischt sein. Dann wird Zeus auch dieses Geschlecht der Menschen  vernichten wenn sie bei ihrer Geburt schon graue Schläfen bekommen. Nicht ist der Vater den Kindern ähnlich , und sie nicht dem Vater. Nicht wird Gast dem Gastwirt, Gefährte nicht dem Gefährten, nicht der leibliche Bruder  wird lieb sein , wie es  früher gewesen. Bald schon weigern sie sich die greisen Eltern zu ehren, fahren sie an und decken sie ein mit hässlichem Wortschwall.  Frevler sie ahnen ja nicht von der Vorsicht der Götter, versagen greisen Eltern den schuldigen Lohn für die Aufzucht der Kinder.?

  • Faustrecht gilt, da der eine die Stätte des anderen zertrümmert. Nicht wird Eidestreue gewürdigt, nicht erntet die Güte, nicht die Gerechtigkeit Dank, der maßlos frevelnde Täter steht viel höher in Ehren; denn Fäuste sind Trumpf, und die Ehrfurcht gibt es nicht mehr. Es schadet der böse dem besseren Manne, spricht auf ihn ein mit krummen Worten und schwört einen Eid drauf, widerlich tönend und schadenfroh und finsteren Blickes.