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Katharina von Medici 

(13. 04. 1519 - 5. 01.1589)

Sie war Mutter der letzten VALOIS - Könige Frankreichs, drei ihrer Kinder wurden Regenten: Franz der Zweite, Karl der Neunte und Heinrich der Dritte.

Ihr Geburtstag, der 13. April 1519 lag in einer Epoche von Kriegen und Terror, welche den kleinen Staat Florenz heimsuchte. Ihre Eltern, [Mr. Check] Nachfahren von Cosimo den Prächtigen der die Familie Medici zu höchstem Ruhme führte erlagen schon bald nach ihrer Geburt einem Giftanschlag. Ihre Verwandten welche sie großzogen waren dekadente intrigantische Personen in weltlichen sowie kirchlichen Kreisen, welche die Zeiten damals maßgeblich mit ihren Gewalttätigen Gehaben beeinflussten.

Auf Cosimo folgte sein Sohn Piero auf jenem folgte Lorenzo . Ausgebildet vom Platoniker Marsilio FICINO wurde Lorenz der Mäzen vieler bedeutender Künstler, Maler Dichter Philosophen und Schriftsteller. Er selbst war poetisch begabt und seine Liebe zur Kunst half Menschen wie Sandro Botticelli Fra Filippo Lippi, Michelangelo Leonardo da Vinci, Andrea del Verocchio unter vielen anderen Künstlern zu Ruhm und Ehren. Nachdem Pabst Sixtus die Familie ausrotten wollte , er aber den Mordanschlag überlebte, rottete er seine Gegner erbarmungslos aus. Er führte das Staatsgeld ein und regierte autokratisch. Der schizophrene noch heute dümmlich verehrte Heilige aller Militärs und Anstifter zu Massenmorden Nicollo Machiavelli gab das seinige dazu und religiös - wahnsinnige Despoten legten Feuer im Land.

Katharina von Medici kam 1533 als vierzehnjährige nach Paris. Sie wurde die auserwählte Braut des späteren Königs Heinrich der Zweite. Bis zum Tode des Königs im Jahre 1559 war sie von dessen Konkubine Diana von Poiters unterdrückt und geschmäht worden. Der König interessierte sich nicht für Katharina denn die kluge Konkubine war ihm auch ein Mutterersatz. Diane unterstütze viele Künstler in jener Zeit. 

Aus Rachsucht verfiel sie dem Okkultismus und eine Überlieferung berichtet, daß sie eine der wenigen bekannten Ausführenden des Rituals [Mr. Check] vom blutenden Haupte geworden war , ein abscheuliches Werk zu dem der Kopf eines ihrer womöglich eigenen männlichen Kinder verwendet worden war . Sieben ihrer Kinder überdauerten die strenge Kindheit und wurden erwachsen.

Vom feudalen Staatswesen in Florenz verwöhnt brachte sie das Ballett nach Paris , dazu noch eine große Anzahl von Meisterköchen aus der Medici Palastküche. Auch Gärtner und italienische Gemüsesorten kamen mit ihr nach Frankreich. Erstmals verkosteten die Anwesenden an des Königs Tafel, Polpettine eine Knödelspezialität aus ihrer Heimat bei einem Festmahl. Fischknödel und Scaloppini sowie zabaglione gab es zu ihrer Zeit zum eerstemal in Paris.

Das florentinische Brot die Zuckerbäckereien mit Pasteten aus Früchten und Honig erfreuten die skeptischen parisischen Menschen. Mit dem Brot auch die Ausmahltechnik welche bis heute verfeinert wurde und weiße Mehle schenkt. 

Mit ihrem Auftreten wird französische Küchengeschichte geschrieben. Wer in Frankreich hatte zuvor Milchkälber zum verspeisen gekannt? Oder Erbsen, Artischocken oder Brokkoli. ? Ganz zu schweigen von Orangen welche in Gewächshäusern heranreiften sowie andere damals völlig seltene Südfrüchte aus den Gärten der Päpste.

Das Bartholomäusnacht Massaker war ihre vielleicht bekannteste Fehlleistung. Ihre Abhängigkeit von katholischen Päderastenbischöfen und Astrologen wurde immer mehr ihr Verhängnis. Die doktrinistische Politik mit ihrem Militärwesen war von Niccolo Macchiavellis Ideen geprägt und dies verhinderte jede Menschlichkeit in dieser Frau. Katholische Kreise missbrauchten sie bis zu ihrem Tode, den sie der offiziellen Geschichte nach durch das Entsetzen über den Königmord zu Weihnachten 1588 durch zwei Mitglieder der katholischen Liga , zwei Wochen später am 5. Jänner 1589 fand. Andere Geschichtsquellen berichten daß sie während einer okkulten Zeremonie wo sie der Mittelpunkt einer Teufelsbeschwörung sein wollte, an Blutvergiftung gestorben ist.

Warum Katharina von Medici für die moderne Küche wichtig ist?

Während fast zur selben Zeit der größte Arzt aller Zeiten die Vorgänge des Kochens auf philosophische Art aufbereitete und den Magen zum obersten Alchimisten im Menschen erheben hat, dennoch die Essensaufnahme mehr eine Notdurft sein ließ, entstand in den reichen Zirkeln eben jene Gastgebergesinnung, welche noch Jahrhunderte später zu wahren Wettbewerben zwischen ganzen Völkern ausarteten. 

Zeig mir was Du auf der Tafel hast und ich sage Dir wie stark Du bist. 

Wir treffen mit der Betrachtung dieser Dame auf einen Zeitpunkt der Geschichte wo gutes Essen ein Anspruch auf eltitären Lebensstil bedeutete. Das von Bürgerkriegen gebeutelte Land bot den Fürsten keine sicheren Ritte in den Wald, bei jeder Jagd könnte er rücklings erstochen worden sein. Da geschah es aus natürlichem Grunde daß man sich in sicheren Festungsmauern traf und in großen Sälen tafelte. Die Gastmähler des berühmten Cosimo des Prächtigen und seines päpstlichen Bruders Leo des Zehnten sollten in Erinnerung gebracht werden. Platina von Cremona war noch für seine ketzerischen Werke für die Kochkunst verbrannt worden, da holte man seine Werke hervor und probierte .... War doch alles gottgewollt! Hier in Florenz - am Todestag des Philosophen Platons las man in den Sälen des Palastes dessen Symposium, ein Lob auf die Lüste des Lebens. Tafeln wurde Kult. Orgien mit den vornehmsten Hetären und nackten Knaben und Mädchen welche die silbernen Geschirre auftrugen fanden überall statt. Das Volk murrte und wilde Mönche trugen geweihte Dolche unter der Kutte! Man verspottete den Tod an gedeckten Tafeln. An der Tafel konnte man sich auslassen und sich Spassmacher Geschichtenerzähler und Musikanten herbeischaffen, die das Leben lebenswerten erscheinen ließen. Besser jedenfalls als es in Wirklichkeit war.

Frankreich war ein Barbarenland im Vergleich mit der päpstlichen Üppigkeit des Renaissance - Italien.

In Paris, ohne jede Kanalisation , goss man den Nachttopf wie in vielen wild gewachsenen Städten des nördlichen Europas einfach in die Gasse und es stank nach Kadavern und Pestilenzen. Ein wildes Volk machte die Strassen nachts unsicher. Katharina von Medici änderte das und holte sich was sie brauchte aus ihrer Heimat Florenz . Sie brachte rauschende Feste in den Palast und schmackhaftere Speisen , neues Geschäft für die Landwirtschaft und für die Viehzüchter.

Politische Differenzen und geschäftliche Dissonanzen waren bei Tisch für kurze Zeit vergessen, man lobte den Wein und die Kochkunst, freute sich daß man den letzten Kampf siegreich überdauert hatte und sah beschwipst in einer düstere Zukunft den Silberstreif am Horizont. Dafür daß familiäre Erfahrungen und äußerliche Einflüsse einen Menschen vielleicht negativ vereinnahmt hatten konnte niemand was.

Katharina von Medici war eine erste Trendsetterin der Gastronomie.

Noch gab es dieses Essen natürlich nicht für die gewöhnlichen Bürger. Der briet sich ein Stück Fleisch, Aß es Gewürzlos und mit übelriechendem Brei aus allerlei Früchten, vergiftete sich an faulem und unbekömmlichem. Die Lebenserwartung war gering und die Nachkommenschaft zahlreich. 

Wenn in den Hallen der Königshöfe Musik erklungen ist und Bratenduft durchs Schloss zog, dann war die ansonsten so fragile Welt plötzlich für ein paar Tage und Stunden stabil. Dafür danken wir dieser schönen und seltsamen Frau.