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Pythagoras Essen
für Leib und Seele
DIE SPEISE UND
DAS WELTGEMÜT
Der
historische Beginn von Gastrosophie
Als Mathematiker muss man ihn
schon in der Grundschule kennen lernen und es wird doch nur sehr wenige
Mathematiklehrer (Professoren) geben welche diesen einzigartigen
Menschen unter der Sonne des Altertums den Schülern wirklich gut
erklären können. Der heutige "Schuladel" mit seinen monotheistischen
Weltbildern lehrt uns die mathematische Seite dieses Propheten.
Seine Lebensgeschichte wurde zu Beginn unserer Zeitrechnung vor gut 1800
Jahren aus den damaligen noch vorhandenen Aufzeichnungen und mündlichen
Überlieferungen durch Jamblichus, eines syrischen Philosophen
welcher um 245 nach Christi Geburt in Sorakte einer Stadt in der Nähe
des heutigen Aleppo geboren wurde, gesammelt und wiedergegeben.
Als der Persische Kaiser Schahpur 256 die römischen Festungen in Syrien
mit Heeresmacht durchbrach konnte Jamblichus auf jeden Fall schon
schreiben und lesen. Auf Pythagoras beziehen sich aber fast alle
Philosophen des Altertums.
Die volle geistige Breitseite
der pythagoreischen Lehre und Erkenntnisse bleibt den
Massenmenschen unserer Gegenwart immer verborgen. Ich will hier auch nur
ein kleines Küchengeheimnis lüften und zeigen dass sich schon vor fast
3000 Jahren sich die Besten der Menschheit mit der so alltäglichen
Tätigkeit der Nahrungsaufnahme sehr intensiv beschäftigt haben. Und das
aus gutem Grund.
Pythagoras begann sein
lehrendes Wirken nach seinem 50. Lebensjahr. Eine legendenhafte
Lebensgeschichte berichtet von seiner Kindheit und seinen schon in
jugendlichem Alter vorgenommenen Reisen durch das damalig schon völlig
dekadent gewordenen Reich der Pharaonen. Die Priesterklasse Ägyptens war
von ihren besten Zeiten, längst in die Niederungen des Pöbels
heruntergekommen, kriegerische Fürsten beherrschten das Land mit einem
schlimmen Staatswesen das die Reichen übervorteilte und den Rest der
Bevölkerung versklavte. Tyrannen knechteten die griechischen und
italienischen Stämme. Nur in kleinen Schulen und geheimen Orden lehrte
man noch das alte Wissen über die Natur der damals schon so
genannten Vorzeit, weit hinter dem Beginn unserer Zeitrechnung.
Pythagoras lebte in der 430 Jahrwoche des altägyptischen Kalenders der
über 500000 Jahre reichte. Diese Zeit muss sich auf ein glückliches
Zeitalter bezogen haben, es sollen paradiesische Zustände geherrscht
haben. Man lebte lange und man wusste zu genießen. Die Jugend war
wohlerzogen und jeder Mensch hatte eine Aufgabe die er sein Leben lang
ausüben konnte. Das Handwerk blühte und der Handel war sicher. Die Tiere
sollen den Menschen nicht als ihren Feind gesehen haben und lebten
friedlich. Haustiere hatten ihre Aufgaben und die Medizin linderte die
Bürden des Alters. Pythagoras lernte die Sprache der Tiere, der
Überlieferung nach konnte er völlig wild gewordene Bestien durch gutes
Zureden davon abbringen menschliche Siedlungen zu verwüsten.
Zu Pythagoras Zeiten klagten
die Priester des alten Kults mit ihrer für die Ewigkeit
bestimmten Religion über den Verfall und aus dieser Zeit berichtet ein
anderer völlig gegensätzlich lebender Denker des antiken Griechenlands
(Epikur) von den Zeiten als der Ochse noch als Freund dem Menschen
dabei hilft reiche Ernte in die Scheunen zu fahren. Doch nun besingt er
traurig das Los der Haustiere und Freunde des Menschen: " Es hat
eine fleischessende Kultur unsere Heimat erfasst, und der Freund vieler
Jahre und Erhalter der Familie endet am Bratspieß bei johlenden
Orgien...."
Pythagoras war Vegetarier.
Jede Nahrung lehrte er, hat
auf den Körper und den Geist und der zusammenhaltenden formenden Kraft
ihre Wirkung. Der Mensch besteht aus drei Wesenheiten. Zwei davon sind
unsterblich. Die Seele welche durch das All wandert und in jeder Form
sichtbar wiedererstehen kann, die Materie aus welcher wiederum das
beseelte Wesen sichtbar besteht und nur zurück zur Erde wandert
aus der die Lebewesen wiedererstehen. Und die Form, den Vielen unbekannt
, welche wie wir wissen durch die Mischung der
Erbmassen der Eltern entsteht, damit auch ihre unsichtbare Erhalterin,
jene von Pythagoras gedachte Kraft. Noch im Mittelalter war dies der "cagastrische
Leib" von dem ich hier schreibe. Dieser Leib braucht
um Bestand zu haben und die Elemente des beseelten Körpers zu
erhalten und richtig zu platzieren unsere größte Beachtung. Unsichtbar
wie die Seele muss es ihn geben, denn aus ihm kommt das Gemüt. Hier
wirken unsere Tugenden am besten. Dieser Leib bringt uns das schlechte
Gewissen, er trägt das denkende schulende Gemüt und muss damit auch die
ihm zugeführten Materialien ordnen. Seine Organe haben jeweils auch ein
eigenes Cagastrum, jedes Menschenherz und jede Ader ist wiederum eigenen
Kräften unterworfen, medizinisch ist das heutzutage längst genauestens
bekannt.
Der Cagastrische Leib regelt
seine Verdauungsorgane. Die Krankheiten kommen aus dem Darm.
Wasser und Luft seien
die wichtigsten Nahrungsmittel und bedürfen keiner Zubereitung. Ihre
unversiellen Kräfte waren nach Pythagoras göttlicher Natur und kamen
daher perfekt in den Körper. Feldfrüchte, Baumobst , Beeren und roh
essbare Pflanzen waren von der Mutter Natur "gekocht". Sie bedurften
wenn man wollte keiner weiteren Bearbeitung uns konnten reif verzehrt
werden. Dem Willen des Menschen unterworfen erbringen sie die Höhepunkte
eines Gastmahls. Süße Köstlichkeiten mundeten auch den Pythagoreern
Besonders wichtige Früchte waren in jener Zeit die Orange, Banane, der
Wein. Apfel und Marille sowie viel Beerenobst, Kirschen. Die
Orange und mit ihrer Fähigkeit das ganze Jahr über Früchte und
Blüten auf einem Ast zu tragen machte sie zur paradiesischen Frucht. Der
lateinische Name Aurancium führt uns sofort in die Vorstellung
eines goldenen Zeitalters. Wie schön und Artenreich Bananen im Altertum
im Mittelländischen Raum gedeihten ist belegt. So wurde von diesen
Früchten einfach alles verwendet. Die Bananeblätter als Schutz gegen das
Herdfeuer für zarte Bissen die man damit schonend garte. Orangenblätter
in den Häusern gegen üble Gerüche. Orangenblütenwasser als Parfüm und
für Kompotte. Die Schale der Früchte in Honig kandiert und die
Fruchtkörper sowieso, als Saft oder als Salat..... Den Fundus an
heilsamen Kräften in diesen Früchten nützte man zur Notdurft des
Nährens.
Essen war Notdurft und nicht
mehr. Mit der Hände Arbeit sich das Brot zu verdienen hielt Pythagoras
den Tyrannen vor und brachte der Legende nach auch einige zum Abdanken.
Über ganz Italien verbreitete sich seine Lehre und die Lebensweise war
friedlich. Die pythagoreische Lehre teilte das Essen in mehrere
Tugendgruppen ein:
Gekochtes Essen
-
Sanftmut Gelassenheit Verzeihen
Gebratenes Essen
-
Brutalität Rohheit Gier Barbarentum
Geschmortes Essen
- Harmonie zwischen den
menschlichen Gewalten
Das gesündeste Essen ist auch
jetzt immer noch das "Gekochte" Naturphilosophisch war Kochen die
Bezeichnung für jenen Erfahrungsgewinn den der Mensch in der Natur
erkennen konnte. Kochen ist also nicht gleich mit SIEDEN. Sieden würde
in diesem Sinne bedeuten man bringt dem zu Garenden etwas bei. Ähnlich
wie: man belehrt es mach es gefügig usw... Da die Natur uns zeigt
wie beispielsweise ein Korn in der Erde gekocht wird bevor es dann den
Sommer über von der Sonne und dem Wetter gekocht wird, nimmt es dann der
Mensch und kocht es weiter. Prinzipiell "kocht" es der Müller auch wenn
er es mahlt und dann noch einmal wieder - leichter begreifbar der Bäcker
wenn er aus dem Mehl Brot macht. Backen ist daher richtigerweise
auch KOCHEN.
Jetzt versteht man warum wir
Köche sind, auch wenn wir braten und rösten....
Da beim Kochen der Vorgang des
Garens durch die niedere Temperatur sehr langsam vor sich geht, sahen
die Pythagoräer gerade in diesem Vorgang den göttlichen Willen
verwirklicht. Gebratenes Essen dagegen hatte etwas rohes gewalttätiges
an sich. Räuberbanden brieten sich einen Hammel am Spieß. Für Vegetarier
war das völlig abwegig und aus diesem Grunde lehnte man das Braten in
dieser Weise ab. Aber es gab aber auch gebratenes Gemüse. Außen völlig
ungenießbar da verbrannt und innen völlig Geschmacklos. Das lehnte die
geistige Elite jener Zeit natürlich ab. Es konnte, weil nicht
wohlschmeckend auch nicht von den Göttern "wohlgewollt" sein.
Ganz im Gegenteil dann
geschmortes Essen. Hier sah man Harmonie zwischen Flüssigem, Heißem
Festen und Weichem. Hier kam die Welt in den Topf. Ein Spiegelbild des
Sommergartens oder ein Blick in die Speiskammer des Winters . Wie man es
sehen wollte. Nur Bohnen sollten keine dabei sein. Rülpsen und Furzen
kam wirklich erst später zur gedeckten Tafel. Das beste Essen ist eine
Speise aus völlig zerkochten Pflanzen und gemahlenem Getreide, Brote
ungesäuert und alle Früchte unter dem Himmel welche die Natur uns
gekocht auf den Tisch legt sollen seine grundlegenden Essvorschriften
gewesen sein.
Die Pythagoreische Lebensweise
würde für unsere Esskultur wohl das völlige Ende bedeuten. Sie könnte
aber auch eine Rettung vor den Gefahren der voll industrialisierten
Küche sein. Sie würde den Bauern ihre wahre Arbeit wiederbringen und
vielleicht mit den anderen von Pythagoras vermittelten Werten eine
friedlichere Welt schaffen. Man kommt mit geringen Mengen an
Nahrungsmitteln aus, die Massenproduktionen der heutigen
Landwirtschaftsindustrie wäre völlig umsonst.
Es wurde nie gefrühstückt.
Essen galt als Belohnung für das Tagwerk. Also man lag nach
Sonnenuntergang zu Tisch, ein Mittagsmahl galt als entkräftend und dem
Tagewerk nicht dienlich. Zu Festzeiten feierte man nur mit dem Essen.
Das christlich ausgerichtete Erntedankfest ist ein Schatten jener an
Üppigkeit durch nichts zu übertreffenden Feste im Altertum.
Essen als heilige Handlung, als
Denkanstoß für ein gesundes Leben finden wir in täuschend
ähnlicher Form auch im christlichen Evangelium oder auch im jüdischen
Talmud. "Esset das bin ich" - spricht Christus zu seinen Anhängern und
die engen geistigen Beziehungen zu Pythagoras sind schnell
sichtbar. Seine Lehre muss dem Mann aus Galiläa geläufig
gewesen sein denn seine Vorstellungen finden sich in den
heiligen Büchern des Christentums an vielen Stellen.
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