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Die ersten Restaurants.
BOULANGER
Am
Anfang des 17. Jahrhunderts gab es findige Unternehmer, die vor allem in
den größeren Städten Europas einfache Suppenküchen auf den Strassen
einrichteten. Aus diesen Suppentopfküchen versorgte man die Haushalte in
den Wohnbezirken oder speiste den vorübergehenden Passanten mit Suppe
und Brot ab. der Verkauf von Fleischspeisen war fast überall untersagt,
außerdem war Fleisch zu teuer um es gekocht an einfache Leute zu
verkaufen. In den Hofküchen kochten Küchenchefs und Küchenbrigaden einen
durch die Ansichten aus der sich entwickelnden empirischen
Naturwissenschaft erneuerten Kochstil. Paracelsus in Deutschland und
Francis Bacon in England haben keinen Stein am anderen gelassen und
vernichteten ohne sich gegenseitig je gekannt zu haben auch die
Ernährungslehre Galens und Aristoteles welche vorherrschend gewesen war.
Paris
1765
Es
ist das Jahr als ein findiger Suppenkoch auf der Strasse dieser Stadt
der die Idee der heutigen Restaurants verwirklichte. Es gab öffentliche
Ausspeisungen bis zu jener Zeit in Gasthäusern zu genau vorgeschriebenen
Kochzeiten und mit einheitlich bestimmten Speisen. Das Gastrecht werde
ich in diesem Bezug an anderer Stelle beschreiben.
Boulanger nannte seine
Suppe "RESTAURANT" - Das bedeutet Stärkungsmittel - Auf seinem
Werbeschild schrieb er : Boulanger verkauft magische Stärkungsmittel!
VENITE
AD ME; VOS QUI STOMACHO LABORATIS ET EGO RESTAURABO VOS!
Kommet zu mir die ihr
den Magen spürt, ich werde euch stärken!
Es ärgerte ihn keine
Ragouts verkaufen zu dürfen, oder zumindest Saucen und Brot dazu. Das
umging er damit, dass Schafsfüsse in den gängigen Verbotsbestimmungen
über den Verzehr von Speisen in der Öffentlichkeit offenbar vergessen
wurden und er hatte ein Material mit dem er Geschäft machen konnte.
Schnell kam das Magistrat und forderte ihn auf das zu unterlassen, aber
er hatte inzwischen damit sehr viele Freunde gewonnen und also konnte er
weitermachen. Ludwig der XV ließ sich ein Ragout servieren und war
darüber aber wenig erfreut, dass der verhasste Pöbel plötzlich so gute
Speisen genießen konnte.
1783 eröffnete dann ein
Koch namens Beauvilliers das erste richtige Restaurant, das zehn Jahre
später im Zuge des revolutionären Umbruchs wieder geschlossen wurde.
Die Speisen wurden
wieder zum Attribut der Lebenskunst. Der rapide Bevölkerungswachstum in
den Ballungsräumen erforderte eine neue Art öffentlicher
Verpflegung
Eine Verfeinerung der
Lebensart brachte eine Kochkunst hervor. Ein Handbuch für Gastronomen -
"Die Gaben des COMUS " - im Jahre 1739 beschreibt den Koch als
Chemiker. Die Arbeit eines Kochs besteht darin das Nahrungsmittel
aufzuschließen und in ihre Quintessenzen zu zerlegen und diese zu
extrahieren, dadurch die leichten und nahrhaften Säfte freizusetzen und
diese schließlich wieder zu vereinigen und zu vermischen. Diese
Ernährungsweise breitete sich sehr schnell über ganz Europa aus und
drang auch zu den niederen Gesellschaftschichten und in die
Kolonialgebiete der europäischen Großmächte vor.
Die islamische Welt und
Lateinamerika blieben jedoch von den chemisch medizinischen Ideen eines
Paracelsus und der davon abgeleiteten Ernährungstheorie. Nicht von
ungefähr kommt es daher , daß die Currys der bengalischen und die Moles
der mexikanischen Küche an Gerichte die man in Europa auch vor der Zeit
des Paracelsus kannte.
Die heutige Küche ist
ein Kind der Küche 16 Jahrhunderts. Leider begann man im 19 und 20
Jahrhundert die Herstellung der Nahrungsmittel zu industrialisieren. Das
zentrale Thema war nicht mehr Gesundheit und Genuss, langes Leben und
naturphilosophische Betrachtung des Essens, die Verköstigung großer
Volksmassen, die Rüstung zu Kriegen wurde Mittelpunkt der
Ernährungspolitik!
Heute kann jeder Mensch
Nahrungsmittel zu sich nehmen, die früher nur einer Oberschicht zur
Verfügung standen. Und es gibt auch industrialisierte Herstellungsweisen
welche eine absolute Verbesserung der Lebensqualität brachten. Leider
gehört die Tierzucht und mitunter die Milchindustrie nicht dazu wie die
immer wieder aufflackernden Lebensmittelskandale der jüngsten
Vergangenheit beweisen.
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