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La Chaine des Rotisseurs

Ein Türschild, ein Verein, eine Geheimbruderschaft?

Heute ein  Förderverein für die Luxusgastronomie. -

Ein unheimlicher Orden oder Juxpartie für die Kostgänger der Sternküche ?

Zur Erinnerung: Wie jemand wird was er ist, hängt keinesfalls mit dem Bildungsgrad zusammen.  Politgrößen wie Bundespräsidenten und Generalsekretäre halten sich bevor sie unter die großen Scheinwerfer treten oft sehr lange verborgen in Clubs und Zirkeln auf, in solchen die man offiziell kennt und anderen von denen die gemeine Öffentlichkeit kaum eine Ahnung hat. 

Geheimbünde und Orden müssen sich nach der Öffentlichkeit hin als Verein deklarieren, die Rituale des Innenlebens jedoch werden bewusst nicht zur Schau getragen. Oft sind die daraus resultierenden Vorteile wirklich sehr groß , so dass sich Geheimhaltung einfach lohnt. Orden und Bünde berufen sich auf hohe und hehre Ziele. Der Geheimbund der Epikureer würde sich daher auf das hohe Ziel ihres Leitphilosophen - Lebe im Verborgenen - aufbauen. Was ja sein Ende auch schon wäre. Ich will hier auf dem berühmten französischen König eingehen, der als so eine Art Pate für die CHAINE DES ROTISSEURS dargestellt wird.

Uns Gastrosophen und Köche interessieren solche Bünde nur wenn sie sich mit dem Wesen unseres Berufes beschäftigen. Daher werde ich eine Verbindung zwischen dem Zielen eines Feinschmeckervereins namens Chaine des Rotisseurs und mir als Gasthauskoch am Lande herzustellen versuchen. 

Die CHAINE des ROTISSEURS gibt es ungefähr solange, wie es Österreich unter den Habsburgern gibt. Louis IX Francie Rex,  der von Mitte 1210 bis  1270 im feudalen Zeitalter lebte gilt für die heutige Bruderschaft als der König unter welchem sie gegründet wurde.

Der Kaiser residierte damals in Sizilien oder zog mit einem Herr durch Europa , und nördlich der Alpen herrschte das übelste Raubrittertum. Der alte fränkische Adel war bankrott und verschwunden, seine alten Dynastien der Merowinger und Karolinger, ausgerottet.. Es war eine Zeit in der sich die neuen Barone und Grafen zusammenrotteten, teils aus Angst um Ihr Hab und Gut, teils um andere zu überfallen. Aber auch zum Segen für ein Land.

 Zum Beispiel König Heinrich ,ein Sohn des Kaisers gründete im Gebiet Basel - Elsass eine Art  Raubritterbruderschaft die darauf aus war, im ganzen Land Geiseln zu nehmen , damit diese Gewaltsbruderschaft zum Zwecke seiner eigenen Herrschaftsinteressen nicht vorschnell endete. Dieser  König von Frankreich wird in den folgenden Jahrhunderten als der "Heilige" genannt, weil er einem Ehebund der ihm von Deutscher Seite aus  der   gegen den Einfluss  des Papstes auf das Reichsgeschehen  aufgedrängt wurde erfolgreich ablehnte und die Unterwerfung von noch immer nicht bekehrten Heiden vorantrieb.

Der Kreuzzug gegen die Wenden.. 

 Es war auch eine Zeit der elendsten Judenverfolgungen, man erfand Meuchelmordsgeschichten , es ging dabei fast immer um rituelle Knabenmorde . (In Tirol: Das Anderl von Rinn) Man sagte den Juden nach, sie wollten aus dem Blute der jungen Knaben Medizin zu ihrer Heilung gewinnen. In den Marbacher Annalen findet sich ein Bericht aus jener Zeit wonach die Juden beim Kloster Fulda einige christliche Knaben ermordeten und darauf den Volkszorn entfachten. Unzählige Juden fanden den Tod oder wurden vertrieben und ihrer Habe beraubt. Der Kaiser konnte die Aufregung darüber durch Verhöre der Juden unter den Weisen des Landes stillen, indem man keinen Beweis dafür liefern konnte, dass Juden christliches Blut für ihr Osterritual benötigten. Es wird auch berichtet dass man eine Menge Geld von den Juden dafür bekommen hat. 

1232 wurde der Herzog von Baiern ermordet. Er starb durchbohrt mit einem scharfen Messer, das wir einen Spieß  nennen können, und zwar durch eine gewisse, wie gesagt käufliche unbekannte Person , die ein Mächtiger, welcher der Alte vom Berg genannt wird, zu schicken pflegt. (Quelle: Marbacher Annalen) Der Alte vom Berg war der König der Asassinen - eine Selbstmördersekte des Islam

1236/37 unterwarf sich die Steiermark und Wien dem Deutschen Kaiser. 


Wer war dieser Ludwig IX - REX FRANCIE  "DER HEILIGE"

Ludwig wurde 1226 noch im Kindesalter zum König von Frankreich gekrönt und regierte bis 1236 unter der Vormundschaft seiner Mutter, Königin Blanche von Kastilien. Ihr war es mit viel Raffinesse gelungen, politisch die Herrschaft ihres Kindes durchzusetzen. Von ihr hatte er seine Religiosität, bis ins Alter mischte sie sich in seine Privat- und Intimsphäre ein. Er heiratete Margarete von Provence und hatte elf Kinder welche aber kaum von ihm stammen dürften, da seine Keuschheit auch gegenüber der eigenen Gattin berühmt war.

Ludwig trat dem Dritten Orden der Franziskaner bei; sein Privatleben glich mehr dem eines Ordensmannes als dem eines Königs, in Legenden wird er als geduldig und Barmherzig beschrieben. Zeitgenossen beschreiben sein Wirken als bestimmt von käuflichem Recht und krimineller Herrschsucht welche er mit der tief religiösen Haltung untermauerte. Er wollte der neue Kaiser Karl werden und verstand sich auch als dessen rechtmäßiger Erbe der römischen Kaiserkrone.

Eine Legende erzählt auch, wie er immer wieder unter Aussätzigen von seiner Schüssel Essen austeilte. Frau und Kinder durften zur Fastenzeit weder Diadem noch Kränze tragen, er selbst kasteite sich und pflegte den Armen zur Osterzeit die Füße zu waschen. In der Armenpflege und im Spitalbau erwarb er sich laut Legende viele Verdienste.

Er besiegte die Engländer 1242 und aufgrund seiner von England bis nach Byzanz beanspruchten Tätigkeit als Schiedsrichter in den wildesten Streitfragen steigerte er das Ansehen und Reichtum Frankreichs in Europa erheblich. Was immer Ansehen in jener bewegten Zeit bedeutet hat, für das Volk findet sich nur die Tatsache, dass er sich aus seinem religiösen Fanatismus die Idee eines Gottesstaates ableitete. Besonders unter den Jesuiten, welchen ihn als einen ihrer Patrone aufführen waren von seiner Staatsidee angetan welche jede Liberalität beschnitt.

Seine besonderen Feinde sah er im feudalen Klerus, der in jener Zeit vielleicht die menschlichste Form hatte, die es im Mittelalter geben konnte. Bischöfe hielten sich Frauen und Konkubinen, wurden Mäzene für Künstler und schufen Bauwerke. Ludwig genügte eine volle Schatztruhe und das Volk lebte in Strohhütten. Paris war in jener Zeit eine stinkende Kloake, man brauchte nur ein Stück Brot aus dem Palastfenster zu werfen und schon hatte man einem Aussätzigen geholfen.

Natürlich wie jeder bedeutende König katholischen Denkens, unternahm Ludwig auch zwei Kreuzzüge: Der erste, zum Entsatz bedrängter Kreuzfahrer ab 1248, führte zur Eroberung von Damiette, dem heutigen Dumyat in Ägypten und nach Palästina. Er endete aber mit seiner Gefangennahme und wunderbaren Errettung aus einem Schiffbruch 1250. Von diesem Kreuzzug soll er einen Nagel des Kreuzes als Reliquie mitgebracht haben. Sein zweiter Kreuzzug nach Nordafrika 1270 führte noch zur Eroberung der alten Burg von Karthago bei Tunis, dann vernichtete die Pest sein Heer und ihn selbst. In Kreuzform ließ er sich sterbend auf Asche legen. Ludwigs Überreste wurden nach St.-Denis gebracht und dort in einer Gruft beigesetzt , sein Herz wird in einem Krug im Dom von Monreale in Sizilien aufbewahrt. Sizilien war zu jener Zeit fast völlig unter Muslimischer Herrschaft und die Beisetzung seines Herzens dort eine hohe politische Angelegenheit...

Noch heute sind alle Kirchen - Kapellen in französischen Botschaften auf der ganzen Welt in seinem Namen geweiht.

Er ist Stadtpatron von München und Berlin und ich glaube das Berliner und Münchner Kindl : - das ist er in Darstellung......


Dieser Geschichtsabriss soll darstellen wie gefährlich es in jener Zeit war, sich zu verbünden und mit welcher Verbissenheit man sich Rechte an materiellen Gütern sichern wollte.

Eine Bruderschaft der Feinschmecker konnte daher diese Ur - CHAINE DES ROTISSEURS nicht nur gewesen sein. Eher ein Geheimbund der sich bei Speise und Trank getroffen hat. Beratungen über Strategien beim Klang voller Gläser und Zuspruch wie Trost über diese schwere Zeit, in der niemand wusste ob er den nächsten Morgen noch erleben würde.  Die Zeichen der Kette die Schwerter deuten nicht unbedingt nur auf friedliche Absichten hin. Unter diesem geschichtlichen Hintergrund entstehen vielmehr Geheimbünde staatspolitischer Art. Die Bruderschaftskette der Spießbräter  verwaltete und gestaltete, setzte auf den Thron und setzten ab. Die Beispiele für Macht und Gewalthaberei im Zusammenhang mit solchen Orden ist legendär. 

Bezeichnend aber für die Bruderschaft welcher bald fast der gesamte Adel Frankreichs verfallen war wurden die hochmütigen, feudalen, barocken Feste in den Schlössern Frankreichs, während vor den Toren der Hoffart und Prahlerei, die Armut der Leute zum Himmel schrie.

Daher wurde die Chaine des Rotisseurs  nach dem Sieg der Freiheit und Liberalität in Frankreich  1897 verboten. 


1950 kam die Wiedererweckung dieses Elitevereins. Europa war aus den Kriegen auferstanden dem es ein paar Jahrzehnte des 20. Jhdts.unterworfen war.

Aber früher war es anders, man kann nur vermuten wie es bei den Spießlern 1250 zugegangen ist....

Man briet das Fleisch am Spieß, eine französische Urküche also wollte man ergründen, die Suche nach dem besten Brei, kein Schmoren und keine Ragouts. Ein Essen im Stehen zu genießen, den Säbel immer bereit und entsichert. Man wusste nie wann es zur nächsten Schlacht losging...  Hier treffen sich das Rumohr´sche Gemüt mit dem Urfrankentum.

 Wo ist dieser Sicambrischer Spiessbraten im Zeltlager eines Marchomir? Den haben selbst die eingeweihtesten Mitglieder der Chaine bis heute nicht gefunden . Heute betäuben sich die Mitglieder mit edleren Dingen. Ein Gastmahl. Kaum ein Koch ist noch in der Lage einen richtigen Spieß in seinem eltiäten Nobelrestaurant zu braten. Es fehlen die hohen Turmküchen, wo es ja damals auch gar nichts anders gab als einen Spieß. Und damit die Türe nicht zu oft geöffnet werden musste, schaffte man das Stück im Ganzen in den Saal. Ein Ritteressen also. 

Es können in die Chaine des Rotisseurs nicht nur Personen eintreten welche sich der Feinschmeckerei verschrieben haben. die Kraft der Speise begeisterte nicht nur mittelalterliche Spießgesellen. Die Erkenntnis durch gutes ausgewähltes Essen sich neu mit Kräften zu präparieren ist auch den gegenwärtigen Volksklassen ein Anliegen. 

Die Macht und Gewalthaber in unserer oligarchischen Gesellschaft die sich nur noch schemenhaft Demokratie nennen kann brauchen diese Ess-  und Trinkzirkeln um unter sich zu sein mehr denn je. Zigarrenclubs und Haubenrestaurants sind ihre Balzplätze und dort wird nicht nur geschäftlich angebandelt, sondern auch Politik gemacht. Natürlich drängen dorthin auch die kriminellen Elemente der Welt. Gerade das schnell verdiente Geld aus einem Betrugsgeschäft wird mit vollen Händen  ausgegeben.

So ist der Club der Chainne des Rotisseurs ein Verein in dem sich Jedermann einkaufen kann. Seine Bedeutung ist derartig gering dass sich heute keine Staatspolizei darum kümmern muss wie im revolutionären Frankreich des 18. Jahrhunderts. Die Langeweile grassiert und man trifft sich zu Tratsch rund um das Ambiente eines Stararchitekten in einem sündteurem Lokal. Der Furz eines Sternekochs wird begutachtet als wären es die goldenen Äpfel der Atlas Töchter...

Man kauft sich ein, wie im Golfclub oder anderswo. In einem Club dessen Mitgliedschaft käuflich ist kann jeder welcher sein Geld dafür übrig hat dabei sein. Der zerstörten   Fremdenverkehrswirtschaft kam es in der Nachkriegszeit also auch sehr gelegen dass sich ein Eliteklub mit so hohen Zielen, um den Besatz von gepolsterten Stühlen in den spärlichen Spitzenrestaurants zu kümmern begann. Und es gab ja auch Kriegs -Gewinner und vor allem viel hinter verschlossenen Türen bei delikaten Gaumenfreuden zu bereden , auch wenn man Deutscher oder Österreicher war. . Man behängt sich mit Ketten und Orden und tauscht Plaketten aus, Anstecknädelchen und Knopflochschmuck... Wer sonst schon nichts geworden ist kann es bei dem Verein sehr weit bringen, und das mit toller Wampe und immer Aussicht auf einen Professorentitel.

Die Freiheit sich in Brüderlichkeit  und guten Willens zusammen zu finden ist ein hehres Ziel. Dabei zu essen und zu Trinken natürlich eine wunderbare Sache. In dieser Hinsicht ist eine Fortsetzung und Erweiterung dieser Tätigkeit immer ein Segen für die Gastronomie.  Was mich sehr stört ist der elitäre Anspruch den man erhebt und die geschichtliche Tragik welche man verherrlicht. Die Spektakelsucht, eine Abformung des Hochmuts  ist wahrscheinlich eine Ausformung des Dranges immer ausgezeichnet zu sein , sich  besser zu fühlen wenn man die Attribute des Geizes völlig heraushängen kann.

Der Konservatismus tötet jede Kunst, und die empfindsamste vor allen dafür ist die Kochkunst. Nicht zuletzt dank des Wirkens dieser erlauchten Kräfte sind soziale Forderungen nach besseren Arbeitsplätzen für Gastronomen immer wieder verhindert worden. 


Die Gegenwart ist schlimmer ...

 Wer in den 50er Jahren den Beruf  Koch oder Kellner ergriffen hat war schlicht gesagt ein armer Teufel. Seine Eltern sind Leute, die froh waren wenn der schlechte Volksschüler und schlechte Mathematiker, und nicht zu einem Techniker taugte, einen Ess- und Schlafplatz in einem Hotel gefunden hatte. Jemand Ehrlicher wird eingestehen müssen, dass im Hotel- Restaurantgeschäft die Sklaverei 1960 noch immer nicht abgeschafft war. Es war durchaus noch so, dass Eltern für den Lehrbuben, der in großen Hotels als Liftboy anfing, Kostgeld zu bezahlen hatten. So dass nicht viel mehr als ein kleines Trinkgeld alles war was man verdienen konnte. Schläge und Tritte am Arbeitsplatz sind Selbstverständlichkeit, den Lehrjahre waren natürlich keine Herrenjahre. Und es lässt sich durch Gerichtsakten aus dieser Zeit beweisen, wie elendig es den Arbeitnehmern in der Gastronomie gegangen ist. Und das Maß alles Dinge waren damals auch schon solche Nobel Feinschmeckerklubs die immer gewusst haben was ihnen mundet! Mit Respekt reservierte man sich wenn man was auf sich hielt, den elitären Tisch in Restaurants die dieses Schild am Eingang prangen hatten. Normalverdiener konnten sich kein Schnitzel in jenen Tempeln leisten . Egal war dieser Kundschaft immer, mit wie viel Blut Schweiß und Tränen das Essen dort hergerichtet wird, ob der Lehrbub eine 100 Stundenwoche hatte oder nicht, Hauptsache man konnte dem Küchenchef auf die Schulter klopfen. Oder eine Kette umhängen.

Aus diese Weise sind natürlich viel versprechende  Existenzen schon im Keim zerstört worden und tausende Spitzenköche die heute besser kochen könnten als alle Starköche zusammen wurden durch die schulmeisterliche Dresche brutal ausgerottet.

Man lebte Sklaverei, Sadismus, Faschismus dort aus wo man es noch am einfachsten konnte. Ein brutaler Hotelier aus einer Bergbauerndynastie Tirols, dessen Vater noch mit der Kuh sein steiles Feld pflügte, dort wo heute seine überdachte Doppelsesselliftbahn steht, saß Ende der 60er Jahre schon in seinem Hotel Restaurant mit feistem Bauch und schikanierte Volksschüler, nannte sie die größten Deppen die er je gesehen hat wenn ungeschickt ein geschenktes Bierglas zu Bruch ging. Das Personal wurde Duckmäuserisch und heute haben wir in Österreich das Problem, dass Gastronomieberufe überhaupt kein Ansehen mehr haben.


Ludwig der Heilige wäre nicht amüsiert gewesen. Er mag ja ab und zu einmal einen Laib Brot auf der Strasse mit den Armen geteilt haben und sehr viele Ritter , welche gegen ihn einen Prozess verloren hatten mussten, um sich zu sühnen, ein Lazarett errichten um wieder in Gnade zu kommen. Gleichstehende zum Duell zu fordern war ehrenhaft. Aber seine Dienstboten schlagen war im Mittelalter etwas Ehrenrühriges und bei solchen Leute fühlte man sich nicht wohl.  Schläger und Raufbolde waren unter einer Gemeinschaft  unehrenhafte Leute, und das im Zeitalter des Raubrittertum.

Der Reichen Gäste  aus Deutschland urlaubten 1956 schon in Grand Hotels der Alpen und wurde bis in die frühen Morgenstunden von Billigarbeitern und auch Lehrlingen bedient. Ein Humanismus von der anderen Seite, denn diesen armen Geschöpfe welche als Kellner - Koch oder Stubenmädchen Auszubildende ins Gastgewerbe gingen , blieb ja gar nichts anderes übrig als sich das Elend in den Sommer- und Wintersaisonen gefallen zu lassen. Kinderreiche Familien aus Kärnten Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich schickten ihre 14 jährigen auf Saison nach Salzburg und Tirol und waren froh nicht selber die hungrigen Mäuler stopfen zu müssen. 

Kein Elite Essklub hat sich bis heute darum gekümmert wie der Abwäscher des Nobelrestaurants seine Freizeit verbringt, oder ob er überhaupt eine zu verbringen hat..  Das rasche Wachstum der Fremdenverkehrs hat auch seinen Grund in der traurigen Tatsache, dass es dieser Gewerbezweig war, der als letzter sozialisiert wurde. Hier muss ich als Gastronom der ich selbst diese hochmütigen Unarten Anfang der 70er Jahre in einem Innsbrucker Hotel als Lehrling erlebt habe, und die mein Leben als Koch immer begleitet haben ,einmal meine Leser darauf aufmerksam machen und solchen Institutionen wie die Chaine des Rotisseurs ins Stammbuch schreiben, sich Gedanken über die sozialen Auswirkungen von Hoffart und Hochmut der Gourmeteliten zu machen.  

Dienstbereitschaft, Fürsorglichkeit, frohes Gemüt wird in keinem Beruf heute noch so ausgebeutet wie im österreichischen Fremdenverkehr. Als Hauptschuldige muss man die oberflächlichen Betrachtungen von Leistung und Qualität hervorheben, mit welcher solche Essorden sich über die sozialen Verhältnisse  hinwegsetzen. 

Es ist keinesfalls wie es sich in Eigenreklame so fein liest. Wir sind so schön , wir sind so gut , wir wollen nur das Beste.... Rechtes Handeln ist das nicht.  Oder wie es eine befreundete Zeitschriftenredaktion deutet, zählt heute in der Zeit des Individuellen überhaupt nicht mehr, diese Männerriege von eigenen Gnaden die ist in Wahrheit ein Häufchen Elend, eine Gesinnungssippe und - Gerippe die an ihrer Oberflächlichkeit krankt und die sich in ihrer Schwachheit eigentlich nur freut wenn sich noch mehr Schwache finden. Denn dann sind sie ja wieder stark.. Den Rest verklagen wir dann halt, oder wir gehen dort nicht hin . Alte Männer, wenig Potenz, schutzsuchend hinter Anwälten und Beratern, irgendwie falscher Adel also - an Ludwig den Frommen mag da keiner mehr denken....


http://www.chaine-de.org

 
 

Viel Lärm

Klappern mit den Töpfen ist die Schande der Kaufleute. Das war einmal. Wer heute keine Werbung macht ist geschäftlich tot. Die gute alte Mundreklame reicht nirgends mehr aus. So gibt es auch in der Gastronomie die Comic - haften Auswüchse dieser Mentalität. Jeder junge Furzer ist ein Star und wenn es niemand öffentlich sagen will, sagt er es selber.

Seine Welt ist im Gourmet Magazin und seine Kochkunst ist nur auf der Speisenkarte und im Prospekt. Sein Personal  hält er kurz und immer in Hoffnung auch  werden zu können wie er. Er ist ein richtiges Arschloch und fährt ein geleastes Auto ...

Wenn irgendwo eine Messe ist steht er als erster da und bestaunt irgendwelche anderen Glasperlenspieler. Wenn  er redet bezieht  er sich auf große Namen und ist irgendwann einmal pleite weil er so eine  miese Küchenbrigade hatte.

Rumohr hätte ihn  nicht beachtet. Er spuckte auf die Gleissnerei wie er die kulinarische Angeberei  beschrieb.