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Marx Rumpolt
Ein deutscher Küchenmeister
Die
kleinen Voressen sol er mit
sonderm fleiß zurichten/ doch gehet nicht viel Zeit drauff/ sondern
moegen
bald/ in dem man den Tisch bereitet/ decket vnnd zurichtet/ gekochet
werden.
Die Gebratens sol er an den Spiessen/ biß daß man sie aufftragen wil/
stecken
lassen/ und alle andere Sachen/ dem Herrn fein schmackhafftig
vnnd safftig/ auffsetzen lassen/ so wirdt der MeisterKoch
gebuerliche Ehr/ Ruhm vnd Lob/
darvon tragen.
Man soll ein Huhn braten. Dann röste
entrindete Weißbrotscheiben und backe
sie goldgelb in Schmalz und schneide sie
zu Würfeln wie zu einer Brotsuppe,
zerlege
das Huhn und brate sechs Birnen.
Mache eine Sauce aus Wein und
Honig, reib als Würze hinein
Pfeffer und Anis. Dann mache einen
Pfannkuchen aus fünf Eiern, back ihn in
der
Pfanne. Lege die Fülle darauf
und falte den Pfannkuchen
zusammen. Decke einen Teller da-
rauf und kehre dann die Pfanne um.
Schneide in den Pfannkuchen oben
ein Loch und gieße
die Sauce hinein, aber begieß den
Pfannkuchen
nicht. Das heißt Hühner vom Rheingau.
Gib es hin. Eine gute Speise.
Dieses Originalrezept aus
dem Buch Rumpolts zeigt wie man Rezepte anfertigte. Das Maß aller Dinge
war nicht die Küchenwaage sondern der Koch. Hier ist es möglich
individuelle Speisen zu erzeugen. Man gibt eine Methode weiter und denkt
gar nicht daran irgendwelche Mengen zu bestimmen... Die Küche kam aus
der so genannten "hohlen Hand."
Deutsche Küche heutiger Prägung ist im Rheingau entstanden
Eines der ersten gedruckten Kochbücher in deutscher Sprache ist in der
Tat sehr bald nach der Gutenberg’schen Mainzer Bibel und ganz in
Rheingauer Nähe entstanden. Max Rumpolt,
der Leibkoch des Mainzer Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg, hat es
im Jahre 1581 herausgebracht. Sein „New Kochbuch" war sofort
außerordentlich erfolgreich und erlebte bis ins 18. Jahrhundert
immer wieder Neuauflagen.
Rumpolts Rezepte konzentrieren
sich freilich auf die weltmännisch großzügige Tafel seines fürstlich
geistlichen Arbeitgebers. Kochvorschläge für die einfachen Leute bleiben
eher spärlich. Nicht zuletzt auch deswegen, weil Bauern und Handwerker
sich nur selten den Luxus von Fleisch, Wildbret, Gewürzen und
Süßigkeiten leisten konnten. Fasanen, Hasel- und Rebhühner, Hirsch und
Wildschwein waren bis über das Mittelalter hinaus dem Adel vorbehalten.
Und nur einmal jährlich, in der Winterzeit, war den Bauern ein
Schlachtfest gestattet.
Auch in der ausgeprägten Vorliebe zum Zucker zeigt sich Rumpolt
als herrschaftlicher Koch. In der einfachen Küche wurde nur mit Honig
gesüßt, denn der importierte Rohrzucker war noch lange Zeit ein kaum
erschwingliches Luxusgut. Um 1420 etwa kostete ein Pfund fast 17
Kreuzer. Gemessen am Preis für ein Pferd, für das man etwa 180 Kreuzer
bezahlen mußte (also den Gegenwert für gut elf Pfund Zucker),
konnte eine Bäuerin derartige Leckereien, wie sie an den adeligen Tafeln
so geschätzt wurden, niemals auf den Tisch bringen.
Vor seiner Mainzer Zeit hatte der
herrschaftliche Koch Rumpolt an den unterschiedlichsten
europäischen Höfen gedient. Er kannte sich aus in den Spezialitäten der
verschiedensten Regionen, wie er immer wieder stolz zu erkennen gibt.
Anzunehmen ist, dass er auch die Rheingauer Küche kannte, residierte
doch der Nutznießer seiner Kunst häufig in der kurfürstlichen Burg in
Eltville. Dennoch überwiegt der Eindruck, dass Rumpolt vor allem
die böhmische und ungarische Küche bevorzugte. Außer dem typischen
Rheinsalm, um dessen Fischfangrechte es im Rheingau - vor allem in dem
Gebiet zwischen Walluf und Eltville - häufig genug zu erbitterten
Streitigkeiten kam, sowie drei Rezepten zum „Rheinfisch", finden
sich unter seinen Anweisungen keine ausdrücklichen Hinweise auf eine
spezielle Küche des Rheingaus, obwohl der zu dieser Zeit immerhin schon
ein halbes Jahrtausend zu Kurmainz gehörte und - gerade was Küche und
Keller betrifft - nicht ohne Grund die „Schatzkammer" des
Kurfürstentums genannt wurde.
Vom Mundkoch.
Um 1580 erschien in
Deutschland eines der am weitesten verbreiteten Kochbücher bis ins 19.
Jahrhundert. Hier ein kleiner Auszug, eine Anleitung mit Köchen zu
verfahren.
Wenn Fürsten und hohe Herren sich einem
Koche anvertrauen müssen, dann sollen sie sich vorsehen, denn als Koch
bestimme man nur eine auserwählte Person. Man suche sich einen ehrlichen
und aufrichtigen sowie treuen Mann. Sauberkeit und Freundlichkeit und
gute Gesundheit sollten ihn auszeichnen. Ihm wird mit diesem Auftrag ein
schwieriges Amt befohlen. Seine Erfahrung soll sich nicht nur auf die
Zubereitung feinster Speisen beziehen sondern auch auf die Kenntnisse in
der Naturkunde und der allgemeinen Landwirtschaft.
Gottesfurcht, Sanftmut, in allem seinen
Handeln ein bescheidener Mann. Seinem Herrn ergeben der ihm sein Gut
anvertraut.
Es soll sich ein Herr nicht
leichtfertig einen Koch suchen, vor allem keinen der schon gewöhnt ist
sich mit Wein und Bier voll zu saufen noch bevor die Vorspeise den Tisch
erreicht hat.
jeder Koch soll einen Unterkoch bei
sich haben der ihm bei der Arbeit hilft und dem Oberkoch die schwierigen
Geschäfte erleichtert. Weiters sollen weitere Unterköche vorhanden sein
welche jene Arbeiten erledigen die zu den Vorbereitungen einer Speise
gut nötig sind. Auch diese sollen im Kochen gut unterrichtet sein und
genau darauf achten dass die Speise kein Gift werde.
Dann braucht es noch Küchenjungen,
nicht solche die unflätig und schmutzig einher laufen, sondern solche
welche fleißig und hurtig bei der Arbeit sind.
Man geben den Köchen täglich reine
Servietten und ihre Bärte binde man zurück wie auch ihr Haar auf dem
Kopf immer unter einer weißen Hauben verborgen sein soll. Kleide
sie in weiße Hemden und achte darauf dass sie nicht in Lumpen
daherkommen. Daher jeder Haushalt darauf sehen soll den Köchen immer
reine gewaschene Kleidung beizustellen.
Köche sollen immer holdselig und
lustig sein. Dafür sorge man sich dass die Köche jede Speise auch selber
verzehren können die man als Herr zum essen wünscht.
Beim Anrichten der speisen sorge man
dass die Anrichte immer mit einem weißen Tuch bedeckt ist auf welches
die Platten gestellt werden.
Auf den Tisch mit angerichtet werden die
Zitronen Orangen und Senf, Kapern und eingelegte Essigfrüchte. Zucker
und Spezereien sowie Gewürze.. Brotschnitten gehören dazu und viele
Soßen zum eintunken.
Immer wieder ist darauf zu achten dass
der Koch bei Laune gehalten wird, man strafe ihn nicht mit bösen Blicken
wenn das Essen einmal nicht so recht geworden ist.
Ist es Abend geworden dann bespricht man
mit ihm den Speisezettel für den nächsten Tag. Der Haushofmeister und
die Einkäufer müssen dann am Morgen die Sachen vom Markte holen die
benötigt werden. Der Einkäufer soll dafür sorgen dass er der erste ist
der aufsteht und zum Markte geht. Das eingekaufte verstaue er dann in
den Speisekammern und erst dann esse er sein Morgenbrot.
Marx Rumpolt erkannte wie wichtig gutes
Arbeitsklima in den Küchen war.
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Prügelstrafen
Das Hausgesinde - Sklaven wahnwitziger Herren... Es
war unter römischen Patriziern höchst anstößig seine Sklaven zu
schlagen. Im Mittelalter kümmerte man sich wenig darum was der
Dienstbote tat. Die Lebensumstände waren dürftig, Luxus existierte so
gut wie nicht. Der Hausherr hatte das Recht mit jeder Frau zu schlafen
die verfügbar war. Genossenschaften um eine Feuerstelle lebten
kommunistisch. Erst in der Neuzeit mit dem Aufkommen von Luxus und Geld
wurde es für das Personal schlimmer. Geizige Haushaltsführungen mit
schlechten Arbeitsbedingungen brachten unendlich viel Leid unter die
Arbeitenden im Haushalt. Engliche Haushalte verbannten Küchenmädchen
wegen eines gestohlenen Keks nach Amerika wo sie an die Siedler wie
Schlachtvieh versteigert wurden.
MArx Rumpold hatte ein anderes Problem. Missmutige
Köche hatten Rizinusöl in ein Essen für den Marktgrafen von Mainz
geschüttet und die Gesellschaft hatte ein Riesenprobelm. Das fürstliche
Scheisshaus war einen Kilometer vom Esstisch entfernt. Man sah die hohen
Herren unter schallendem Gelächter der Dienerschaft am Weg überall
unter den Büschen hocken. Und es hörte dem Erzähler nach eine Stunde
lang nicht auf.
Die Küchenjungen wurden ausgepeitscht aber so richtig
wohl war dem Küchenchef dabei doch nicht.
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