amphicles.net

Kontakt mit webmaster

startseitewerkzeugerestaurantgeschmacksinngenealogiehesiodpythagorasparazelsusmediciVatelrumpoltbrillat - savarincaremerumohrescoffiercournonskySekten  

 

Francois Wattel oder Vatel 

1635  - 1671

Frankreich im Zeitalter des Absolutismus. Das Barocke räumt seine Stellung dem Klassizismus und die Großen und Mächtigen des Landes blicken auf ihren Sonnenkönig und äffen ihn natürlich wo es geht nach. Baukunst und Kochkunst blühen auf zu nie gekannten Variationen. Die französische Landwirtschaft, der Handel erlebt eine goldene Zeit. 

Man lebt was das Geld hergab und der Sonnenkönig verwendete sein kolossales Vermögen für seine grenzenlosen Lüste. 

Über die Speisekammer dieser Gourmands herrschte ein Mann der sich als eine Ladung Fisch nicht rechtzeitig für ein Fest ankam in seinen Degen stürzte um nicht in Scham vor seinem Herrn treten zu müssen. 

Francoise Vattel ist in der Schweiz geboren und es ist immer noch nicht genau gesichert welche Rolle er beim Sonnenkönig spielte. Als Bauernsohn war er Sparsamkeit gewohnt und er wird in jungen Jahren durch seinen Bruder der Patensohn des Pariser Meisterkonditors  Jean Heverat war auf Wunsch seines Vaters nach Paris geholt. Diese Konditorei wäre für heutige Verhältnisse ein Spitzenbetrieb mit 400 Angestellten die in Handarbeit für die vielen Grafen und Herzöge in Paris arbeiteten und die feudalen Gastmähler in der Stadt mit Zuckerwerken ausrüsteten. Sein Bruder Antoine hat Paris wieder verlassen und hat irgendwie die Zuckerbäckerei wahrscheinlich in die Schweiz gebracht. Vor allem Schokolade kommt ab dieser Zeit immer öfter aus der Schweiz. Francoise Vatel blieb in Paris und wurde Koch am Königshof. Francoise Vatel wird von einem Beamten für die Hofküche entdeckt und ist zuerst Koch dann der Oberkellner oder Haushofmeister in den Bankettsälen des Palasts. Fouquet , so war der Name des Beamten schenkt dem talentierten Gastronomen vollstes Vertrauen und macht ihn zu seiner rechten Hand wenn es um die Ausrichtung großer Bankette geht. 

Er ist ein Meister der Organisation und stellt Festmähler von riesigem Ausmaß her. Bei diesen Galadiners waren auch riesige Geldsummen im Spiel und man war als Koch zu leicht versucht sich dabei das eine oder andere Goldstück unter den Nagel zu reißen, gerade weil man ja nie wusste wann es mit dem schönen Leben aus ist. So hegte auch der verschwenderische Sonnenkönig Verdacht gegen die Küchenbrigaden und Vatel musste  zuerst nach England und dann vorübergehend nach Holland fliehen. 

 Am 17. August 1661 akzeptiert er die Einladung von Fouquet zu VALUE. Vatel lenkt ein legendäres Team, jenes das später die Legenden um die Speisenfolgen von Versailles machen wird, Molière schöpfte aus diesem Fundus von Anekdoten das seine.   Geblendet und eifersüchtig ist der König sich wieder sicher, dass der Graf Fouquet sich in den königlichen Schatzkammern bedient. Ein Intrigant namens Colbert hat den König halb verrückt gemacht. Von ihm kennen wir eine berühmte Garnitur die zum Wiener Schnitzel geführt haben mag: Er liebte Fisch, Geflügel und Kalb in einer knusprigen Panier mit Mehl Eier und Brösel....

 Beim Prozess gegen  Fouquet ist Vatel mehrer Mal erwähnt, aber man verzeiht ihm denn er war völlig  unschuldig in Verruf gekommen und lässt ihn wieder frei. . Er kehrt rehabilitiert nach Paris zurück.

Der Edelmann Conde holt ihn in die Provinz, seine Erfahrungen bei Fouquet machten ihn zu einem der wertvollsten Personen mit vollkommenen Fachwissen über alle Belange der Gastronomie. Sein Talent wurde über Frankreich hinaus gerühmt und man findet Bezüge zu ihm in einigen offiziellen Schreiben befreundeter Königshäuser und Fürstentümer.

Dann kommt jener 23. April 1671 als der König sich in Chantilly ankündigte und man hat es gerade einmal 15 Tage zuvor Erfahren dass  man für ungefähr 3100 Personen Essen vorzubereiten hatte. Auf 25 Tafeln gedachte man zu speisen um diesen Besuch gebührend zu würdigen.

Vatel ist überall zu finden. Auf den Märkten , bei Bauern in Gemüsefeldern und in Küchen. Herde werden gebaut und Geschirr von überall zusammengetragen. Wasserspiele waren die Partyattraktion jener Zeit , sogar das wurde von Vatel arrangiert.   Drei Tage plante man zu feiern und die Zeit verging im Fluge.  Soviel Silber und Gold waren niemals wieder in Chantilly berichtet Madame Sèvigné in ihren Aufzeichnungen.

Jetzt fehlte noch der Fisch aus dem Meer. Es ist 4 Uhr morgens als Vatel auf die Gezeiten am Hafen wartete. Die Zeit vergeht und Vatel ist außer sich . Kein schiff in Sicht und die Zeit drängt.....

Er kam mit dem geringsten Abweichungen von seinem Plan nicht zurecht und hasste die Unpünktlichkeit. Endlich erreicht der erste Konvoi den Hafen, der Zweite fehlt noch. Er kehrt ermattet und nervös in sein Lager zurück und schämt sich vor den Augen des Grafen Condé zu erscheinen und ihm die Schmach zu berichten, dass seine Organisation fehlgeschlagen ist. Vor Verzweiflung stürzt er sich dreimal in seinen Degen.

Um Neun Uhr kommen die Schiffe an. Man sucht den Küchenmeister, und findet seinen Leichnam. Condé wird unterrichtet, meldet das Unglück  dem König, und man ist bestürzt über diese Tat. Die Küchen trauern. Der Prinz befiehlt jedoch, daß das Fest stattfinden soll, um den König zu Ehren , aber auch  um das Werk von Vatel zu vollenden.....